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Zurück im Dschungel – Predators von Nimrod Antal

Sei es Monster oder Held – wenn ein Ausserirdischer an der Kinokasse mal erfolgreich war, ist ein Sequel fast unausweichlich. – Die Predator-Reihe, deren mittlerweile fünfte Inkarnation nun in die Kinos kommt, ist nicht nur ein weiterer Beleg für die Langlebigkeit ekliger Monster, sondern zeigt auch beispielhaft das Problem, mit dem viele Fortsetzungen zu kämpfen haben: Wie kann man das ursprüngliche Erfolgsrezept wiederholen und zugleich variieren? Zumal die Formel im Falle von Predator äusserst simpel war: Ein ausserirdischer Jagdsportler kommt auf die Erde, um im zentralamerikanischen Dschungel seinem blutigen Hobby zu frönen.

Bereit zur Jagd
Bereit zur Jagd

Als John McTiernan 1987 den ersten Predator drehte, war diese Idee neu und die Umsetzung mit einem Trupp vor Schweiss glänzender Muskelmänner brachial-effizient. Seither durften Predatoren noch Los Angeles unsicher machen und zweimal gegen Aliens antreten.

In der jüngsten Auflage, die auf einem frühen Drehbuchentwurf von Robert Rodriguez beruht und von diesem auch produziert wurde, geht es wieder zurück zu den Anfängen – in den Urwald. Eine scheinbar wild zusammengewürfelte Truppe von Tötungsexperten findet sich unverhofft im Dschungel wieder und rasch merken die harten Kerle und die obligate Quotenfrau, was der genrekundige Zuschauer von Anfang an weiss: Das multinationale Killerkommando wurde von den Predatoren als Wild hierher gebracht. Und so wird denn auch schon bald zur Jagd geblasen.

Das Drehbuch ist offensichtlich darauf angelegt, die ursprüngliche Konstellation umzudrehen, und wartet auch mit einem netten Twist auf. Dieser kommt aber so früh, dass für den Rest des Films lediglich durchschnittliche Actionszenen übrig bleiben. Immerhin zeigt Predator aber, dass sich das Heldenbild in Hollywood gewandelt hat: Heute spielt Adrien Brody, der für seine Rolle in The Pianist mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, den Part, den seinerzeit der vor Stereoiden überquellende Arnold Schwarzenegger übernommen hatte.

Predators in der Internet Movie Database

Erschienen in der Basler Zeitung vom 8. Juli 2010.

Ein Kommentar

  • 1
    Edgar Lösel:

    > „Truppe von Tötungsexperten“

    Mit diesem bürokratisch klingenden Ausdruck bringen Sie sehr schön die fast zur DIN-Norm erstarrte Standardkonstellation solcher Filme auf den Punkt. Die Umkehrung der ursprünglichen Konstellation ist aber letztlich nicht mehr als ein „Zehn kleine Jägerlein“-Spiel: „Zehn kleine Jägerlein setzen Predator nach; doch daran kann sich keiner zu freu’n, schon waren es nur neun…“

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