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James Bünzli – Undercover von Sabine Boss

Nach seinem Abgang von der Fernsehbühne scheint sich everybody’s comedy darling Viktor Giacobbo in der Filmkomödienecke gemütlich einzurichten. Nach dem erfolgreichen Ernstfall in Havanna tritt wieder das gleiche Team an, um Schweizer Kinosäle zu erheitern.

Dieses Mal schlüpft Giacobbo, der auch wieder als Koautor fungiert, in die Rolle des Bundespolizisten Boris Ruf, eines wahren James Bond im Spiesserpelz. Dass er in Tat und Wahrheit ein Topagent ist, der auf allen Krisenherden der Welt für die gerechte Sache kämpft, weiss niemand, noch nicht einmal seine Frau. Die lässt sich zu Beginn des Films auch prompt von ihm scheiden, weil ihr Boris einfach zu langweilig ist; stattdessen macht sie sich mit einem Harley-Mann davon. Für Trauer bleibt aber nicht viel Zeit, denn schon wartet ein neuer Auftrag: In Italien muss einem Lokal-Berlusconi das (Geldwäsch-)Handwerk gelegt werden. Dumm, dass Boris eigentlich mit seiner Tochter Anna (Anna Schinz) in die Ferien sollte, aber warum nicht Beruf und Privatleben kombinieren und zusammen an die italienische Küste reisen?

Die Idee vom vermeintlich braven Bürger, der in Wirklichkeit ein Actionheld ist, ist nicht neu, in Hollywood gab’s das von True Lies bis Mr. & Mrs. Smith schon mehrfach. Der Reiz von Undercover liegt natürlich darin, dass bei einem prototypischen Schweizer Bünzli wie Boris die Diskrepanz zwischen Sein und Schein besonders gross ist, denn wer vermutet hinter der biederen Fassade Giacobbos schon eine mit allen Wassern gewaschene Kampfmaschine?

Die Ausgangslage von «Undercover» ist zwar nicht besonders originell, aber zumindest reizvoll, allerdings scheint biedere Bodenständigkeit nicht nur Boris’ Tarnung, sondern Sabine Boss’ Regiekonzept für den gesamten Film zu sein. Dem Ganzen fehlt einfach Schmiss und Tempo. Gags werden in die Länge gezogen und stattdessen ein komplizierter Krimiplot entworfen, für den sich eigentlich niemand interessiert. Herzhaft zu lachen, gibt es leider wenig, zu sehr vertraut der Film darauf, dass es Giacobbo und sein Gegenspieler Mike Müller schon richten werden. Und um ganz sicher zu gehen, gibt es noch Gastauftritte für die allseits beliebte Giacobbo-Entourage – Gerhard Polt, Walter Andreas Mueller und Birgit Steinegger sind alle mit von der Partie. Das mutet ein bisschen wie eine Klassenzusammenkunft an, bei der man sich freut, lauter bekannte Gesichter wieder zu sehen. Letztlich führt das aber nicht zu einem guten Film, sondern nur zu Bedauern, dass es Viktors Programm nicht mehr gibt.



Undercover in der Internet Movie Database

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