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Nach dem Happyend – Shrek 2 von Andrew Adamson, Kelly Asbury und Conrad Vernon

«Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie heute noch.» – So enden Märchen typischerweise, und so ähnlich endete auch Shrek, Dreamworks urkomische digitale Märchenverballhornung, in der ein ungehobelter Oger am Ende die nicht ganz so schöne Prinzessin heiraten durfte. So viel märchenhafte Harmonie schrie geradezu nach einer Fortsetzung des satirischen Reigens, und da beim ersten Teil auch die Kasse stimmte, entschloss man sich bei Dreamworks Shrek 2 zu machen.

Nach idyllischen Flitterwochen wird das Brautpaar von der profanen Realität eingeholt: Zu Hause in Shreks Sumpf hat sich der nervige Esel eingenistet, und Fionas Eltern würden gerne mal den reizenden Gemahl ihrer Tochter kennenlernen. Der ewige Miesepeter Shrek ist von Anfang an gegen den Höflichkeitsbesuch beim elterlichen Königspaar, und er wird in seiner Skepsis für einmal Recht behalten, denn Herr und Frau König sind gar nicht erbaut ob den Frischvermählten. Nicht nur ist ihre reizende Fiona nun endgültig zum Oger geworden, auch der Schwiegersohn entspricht nicht ganz ihren Vorstellungen. Wäre es nach den Wünschen den Eltern gegangen, hätte ihre Tochter den hehren Prinz Charming geehelicht und kein grünes Monster. Aber wir sind ja bei Hofe, und da gibt es nichts, was eine handfeste Intrige und einige Liebestränke nicht wieder ins Lot bringen könnten.

Shrek, der eigentlich nur sein Glück in Ruhe geniessen will, hat also wieder mit diversen Widrigkeiten zu kämpfen, und es fragt sich, was die grössere Herausforderung ist: die hinterhältige Kabale, die die gute Fee angezettelt hat, oder beim Abendessen im Familienkreise gute Tischmanieren zu zeigen und sich mit dem übellaunigen Schwiegervater zu vertragen.

Familienkrach im Königspalast, ein Oger, der nichts von höfischer Etikette weiss, und eine Märchenstadt, die irgendwie an Hollywood erinnert; Shrek 2 macht dort weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat, und zieht einmal mehr die gesammelten Märchenklischees genüsslich durch den Kakao. Und wie sich’s für eine anständige Fortsetzung geziemt, gibt’s von allem mehr: mehr Filmzitate und Anspielungen, mehr bekannte Schauspielerstimmen – besonders schön: Antonio Banderas als geckhafter gestiefelter Kater mit Latino-Akzent und John Cleese als feiger König –, mehr fetzige Musik und noch ausgefeiltere Animationen. Bei der Dreamworks-Tochter PDI ist man besonders stolz auf eine neue Technik zur Berechnung von Haaren, die auch ausführlich zum Einsatz kommt. Da wehen die Haare im Wind und schüttelt Prinz Charming – dem der schöne Rupert Everett die Stimme leiht – seine blonde Mähne, dass jede Shampoowerbung vor Neid erblassen muss.

Shrek 2 bietet wieder beste Unterhaltung für Jung und Alt – auch dieses mal sind viele Gags primär an ein erwachsenes Publikum gerichtet – und ist in den USA bereits drauf und dran, Finding Nemo den Rang als erfolgreichster Animationsfilm aller Zeiten abzulaufen. Dass Shreks jüngstes Abenteuer allem Witz und technischer Raffinesse zum Trotz doch nicht ganz so zu begeistern vermag wie der erste Teil, liegt einzig daran, dass die Grundidee inzwischen nicht mehr neu ist. Das Erfrischende und Überraschende der Märchenpersiflage ist dahin, man weiss mittlerweile, wie der Hase im Märchenland läuft. Das ist aber nur halb so wild, denn wenn Eddie Murphy und Banderas zum Schluss gemeinsam als Esel und gestiefelter Kater «Livin’ la vida loca« singen, erübrigt sich jede kleinkarierte Kritik.

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