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Affen im Weltraum – Planet of the Apes von Tim Burton

Mit einem Remake versuchen findige Produzenten, eine Geschichte, die bereits einmal erfolgreich war, ein weiteres mal auszuschlachten. Meistens geht das schief – die wenigsten Remakes sind wirklich erfolgreich –, und das Wehgeschrei, das sich ob der Entweihung des geheiligten Originals erhoben hat, verstummt auch bald, denn auch die schlechtesten Remakes können dem Vorbild meist nichts anhaben. (Erinnert sich noch jemand an Gus Van Sants Psycho? Oder wie wäre es mit Sydney Pollacks Version von Billy Wilders Sabrina?). Nun musste also Planet of the Apes dran glauben, ein Film, der im Ruf steht, einer der ersten ernsthaften Science Fiction-Filme zu sein. Planet ist eine Art Parodie auf Darwin: ein schmucker Astronaut – im Original Charlton Heston, bei Burton Mark Wahlberg – reist durch die Zeit und muss bei der Ankunft entdecken, dass die Evolution mittlerweile ein paar Sprünge gemacht hat und die Erde deshalb von sprechenden Affen beherrscht wird. Das könnte ganz witzig sein und birgt auch einiges an satirischem Potential, bei Burton ist es aber nur – der Kalauer sei mir verziehen – äffisch.

Das Hauptproblem des Films ist, dass er eine kleine, aber ganz entscheidende Änderung vornimmt: im Original ist Heston der einzige sprechende Mensch, seine versklavten Artgenossen sind degeneriert und unfähig zu sprechen; deshalb werden sie von den Affen auch als minderwertige Wesen betrachtet. Bei Burton bereitet ihnen das Sprechen gar kein Problem, sie sind offensichtlich vernunftbegabte, kulturbildende Wesen, eine Tatsache, die dem Affenrassismus jeglich Grundlage entzieht. Die ganze Geschichte verliert jegliches satirische Gehalt und wird zu einem dünnen Vorwand für eine ziemlich gewalttätige Actiongeschichte. Tim Roth spielt dabei den bösen Oberaffen und darf sich auch wie ein solcher aufführen, Helena Bonham Carter übernimmt die Rolle der heiligen Johanna der Affengehege.

Masken und Kostüme sind, wie es sich bei einem Film dieser Grössenordnung gehört, allererster Güte, ansonsten hat der grosse Bilderzauberer Burton aber erstaunlich wenig zu bieten. Es scheint, als sei der Regisseur selber nicht so recht warm geworden mit seinem Stoff, denn von den opulenten und verspielten Bildern, die seine Filme sonst auszeichnen, ist sehr wenig zu sehen, und auch Burtons Hauskompononist Danny Elfman kommt – vom schönen Intro abgesehen – nicht an frühere Meisterstücke heran. Mark Wahlberg liefert in dem Film eine ähnliche Nullperformance wie seinerzeit Heston, er sieht nur nicht ganz so behämmert aus (darüber, wie sich Wahlberg politisch entwickeln wird, kann man momentan nur spekulieren).

Neben der an sich dünnen Story bietet der Film noch zahlreiche logische Fehler und Peinlichkeiten: Warum kann Wahlberg beispielsweise mit einem Raumschiff von seiner Station starten, ohne dass ihn jemand daran hindert? Und wie kommt es, dass die im Urwald lebenden Menschenfrauen stets perfektes Makeup und rasierte Beine haben? Richtig peinlich ist aber die nicht vorhandene Liebesgeschichte zwischen Wahlberg und Carter. Damit auch ja nicht der Verdacht aufkommt, Marky Mark könnte irgendwelchen abwegigen sexuellen Neigungen frönen, darf er sich am Schluss ausgiebig von einem blonden Busenwunder abschmatzen lassen, das in den vorangegangenen zwei Stunden vor allem durch Schweigen geglänzt hat. Das Ende schliesslich nimmt nicht nur den Begriff deus ex machina ein bisschen zu wörtlich, der finale Schlussgag ist auch noch vorhersehbar und unlogisch zugleich (ja, das ist möglich).

Tim Burton hat sich mit diesem Film wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert, nur an ganz wenigen Orten blitzt sein subversiver Humor ein wenig auf, meistens wird er durch lautes Affengekreisch übertönt. Das Original wird aber auch eine ganze Affenhorde nicht totschreien können.

Planet of the Apes in der Internet Movie Database

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