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Die Alten können’s noch – Meet the Fockers von Jay Roach

Gibt es etwas Unangenehmeres als zum ersten Mal bei den Eltern der Freundin vorzusprechen? Peinlicher ist es nur, wenn beide Familien erstmals zusammenkommen, besonders natürlich, wenn man Eltern hat, die ihren Sohn mit dem Vornamen Gaylord strafen.

Meet the Fockers, die Fortsetzung von Meet the Parents, knüpft nahtlos an den ersten Teil an. Die Heirat steht kurz bevor, und die beiden Elternpaare sollen sich nun endlich kennenlernen; ein Tag, den der arme Schwiegersohn in spe (Ben Stiller) so lange wie möglich rausgeschoben hat, denn bei seiner Geliebten (Teri Polo) ist nur Vater Jack wunderlich, seine Eltern sind aber beide nicht wirklich gesellschaftskonform.

Meet the Parents lebte in hohem Mass von Robert De Niro, der in beiden Filmen auch als Produzent fungiert. Wie er den übermisstrauischen Ex-Geheimagenten Jack darstellte, der den Freund seiner Tochter auf Herz und Nieren prüft, war eine humoristische Glanzleistung. Diesem Übervater galt es etwas entgegenzusetzen, und die Macher von Meet the Fockers dürfen stolz behaupten, diese Aufgabe souverän gelöst zu haben: Mit Barbra Streisand und vor allem mit Dustin Hoffman hat man zwei Schauspieler gefunden, die De Niro durchaus Paroli bieten können.

Das Ehepaar Focker, das sind zwei jüdische Alt-Achtundsechziger – er von Beruf Frührentner, sie Sexualtheuraptin mit Spezialisierung auf Sex im Alter –, ausgeflippte Typen, die den Sinn des Lebens darin sehen, es zu geniessen. Dass diese beiden Blumenkinder das Heu nicht auf der gleichen Bühne mit dem verklemmten Jack haben, versteht sich von selbst. Schon die Begrüssung gerät zum Desaster: Vater Focker küsst den verdutzten Gegenschwieger ab und erzählt dann ausführlich, wie er seinen Sohn mit nur einem Hoden gezeugt hat. Ein Reigen der Peinlichkeit nimmt seinen Lauf: Die Beschneidung des Sohnemanns wird ebenso ausführlich diskutiert wie seine Entjungferung, der Fockersche Hund rammelt alles, was ihm in den Weg kommt, und Politik ist sowieso Tabu.

Zwar geht es vorderhand darum, dass das junge Paar heiraten kann, das Sagen haben aber nach wie vor die Eltern: Richtig lustig wird’s immer dann, wenn zumindest ein Elternteil in der Szene vorkommt. Für gestandene Charakterdarsteller scheint das komödiantische Fach grosse Anziehung besitzen, wie schon De Niro geniesst es auch Hofmann sichtlich, mal so richtig aufdrehen zu können; Ben Stiller zieht dagegen weitgehend seine nicht sehr originelle Standard-Tollpatschnummer ab, Teri Polo bleibt total blass. Das kann man aber ebenso verschmerzen wie die Tatsache, dass manche Gags ein wenig überstrapaziert werden – Hoffman alleine macht den Film schon sehenswert.

Ein Kommentar

  • 1
    Mario Monaro:

    Endlich wieder einmal Barbra Streisand im Kino und dann sogar noch zusammen mit zwei weiteren Schauspieltitanen. Wenn man dann noch hört, dass es ein Herzensprojekt von De Niro war, sind die Erwartungen hoch und werden prompt enttäuscht. Der Film pendelt zwischen ärgerlich und langweilig und ist – leider – reine Zeitverschwendung.

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