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Noch ein Mann aus Stahl – Iron Man von Jon Favreau

Robert Downey Jr.
Tony Stark

Obwohl in jüngerer Vergangenheit weder Superman Returns noch Spider-Man 3 vollends überzeugen konnten, lässt sich mit Superheldenfilmen anscheinend noch immer ordentlich Geld verdienen. Nur so ist es zu erklären, dass Marvel Entertainment, die Firma, in deren Zeitschriften viele der Superhelden ihren Ursprung haben, nun nicht mehr nur als Co-Produzent fungiert, sondern mit Iron Man erstmals einen Film komplett in Eigenregie rausbringt.

Iron Man ist eine Figur, die in unseren Breitengraden nicht so bekannt ist; ursprünglich wurde sie in den frühen sechziger Jahren als antikommunistischer Kämpfer etabliert. Iron Mans besondere Fähigkeit ist ein Hightech-Metallanzug, der nicht nur waffenbepackt ist, sondern seinem Träger auch das Fliegen ermöglich – eine tolle Sache also. Ohnehin gibt’s in diesem Film viele tolle Sachen zu bestaunen, denn die Hauptfigur Tony Stark ist einer jener Typen, auf die man eigentlich nur neidisch sein kann: Steinreich, ein Genie der Ingenieurskunst, Besitzer einer spektakulären Villa in Malibu, die Frauen liegen ihm zu Füssen, und gut aussehen tut er auch noch (schliesslich wird er von Robert Downey Jr. gespielt).

Zu Beginn des Films ist Stark allerdings noch ein zynischer Waffenhändler, der für nichts und niemanden Verantwortung übernimmt und für den das Leben nur ein Spiel ist. Das ändert sich, als er in Afghanistan von Terroristen attackiert und durch Granatsplitter lebensgefährlich verletzt wird. Als ihn seine Entführer dazu zwingen, für sie eine Waffe zu bauen, sieht er seine Chance: Statt einer Rakete bastelt er eine erste krude Version des Kampfanzugs. Dieser ist irgendwie mit einem Minireaktor gekoppelt, den sich Stark in die Brust pflanzt – wirklich einleuchtend ist das zwar nicht, aber egal. Dank Kampfmontur entkommt er den Terroristen, geht in sich und erkennt, dass er seinen Blechdress für viel sinnvollere Dinge nutzen kann; nämlich für den Kampf gegen Typen, wie er selbst einmal war.

Die Story ist zwar nicht sonderlich intelligent, aber Iron Man zeigt wie bereits Spider-Man, wie wichtig die Schauspielerwahl in Superheldenfilmen ist. Jon Favreaus Film ist ganz auf seinen Hauptdarsteller ausgerichtet, und Downey Jr. spielt den Saulus, der sich zum Paulus wandelt, mit sichtlichem Genuss. Vor allem aber ist der Film mit viel Witz erzählt, besonders das erste Drittel entwickelt einen schon fast subversiven Humor. Und auch wenn Iron Man gegen Ende braver und vorhersehbarer wird, so ist er doch zweifellos einer der gelungeren Vertreter seines Genres.

Erschienen in der Basler Zeitung.

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