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Viel PS und wenig Hirn – The Dukes of Hazzard von Jay Chandrasekhar

Die TV-Serie The Dukes of Hazzard, die in den späten 70ern und frühen 80ern über die US-amerikanischen Fernsehschirme flimmerte, ist hierzulande weitgehend unbekannt. Entsprechend wenig Zuschauer dürften den nun erscheinenden Kinofilm erwartet haben.

Die beiden halbschlauen Cousins Luke (Johnny Knoxville) und Bo Duke (Sean William Scott) haben vor allem eines im Sinn, und das ist ihr oranger Dodge Charger 1969, liebevevoll General Lee genannt. Mit dem wollen sie nicht nur das anstehende NASCAR-Rennen gewinnen. Bo, der noch ein bisschen dämlicher ist als sein Cousin, hat ein geradezu erotisches Verhältnis zu seinem fahrbaren Untersatz und würde ihn am Liebsten gleich begatten. Doch müssen die Rennpläne erst einmal in den Hintergrund treten, denn der üble Bösewicht Boss Hogg (Burt Reynolds) will sich nicht nur die Familienranch, in der Onkel Duke schwarz Schnaps brennt, unter den Nagel reissen, sondern ganz Hazzard County in eine Baugrube verwandeln.

Da Hillbillies wie Luke und Bo die heimische Scholle noch mehr am Herzen liegt als der eigene Wagen, setzen sie alles daran, Hoggs üble Machenschaften zu durchkreuzen. Der Weg zur Rettung der Heimat führt über viele holprige Landstrassen, die es mit möglichst hoher Geschwindigkeit zu passieren gilt; Blechschäden sind dabei kein Nebeneffekt, sondern vielmehr erwünscht.

Vor zwanzig Jahren wäre eine Boliden-Komödie wie The Dukes of Hazzard noch mit Reynolds in der Hauptrolle verfilmt worden, doch das Alter macht eben auch vor ausgekochten Schlitzohren nicht Halt, und so reicht es heuer nur noch für den Bösewicht. Dieser Besetzungscoup ist mit grossem Abstand das Originellste an Dukes of Hazzard; ansonsten wird ein langweiliges, in seiner konsequenten Dümmlichkeit schnell ermüdendes Standarddrehbuch runtergespult. Viele Polizeiautos werden in mässig spektakulären Aktionen zu Schrott gefahren, und wenn die beiden Brüder mal wieder ganz tief in der Klemme stecken, kommt Cousine Daisy (Jessica Simpson) vorbei und lässt ihre üppigen Reize sprechen – hohe PS-Zahlen scheinen immer von kindischem Sexismus begleitet zu sein.

Kurz und gut: Ein Film der gänzlich überflüssigen Sorte, angesichts dessen wir froh sein können, dass wir bislang von den Dukes of Hazzard verschont geblieben sind.

Erschienen auf cineman.ch.

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